Memento Mori / Kainbach

Der Verein Memento Mori veranstaltete vom 26.-28. Mai 2012 auch in diesem Jahr wieder ein Mittelalterfest in Kainbach. Dieses Mal fand das Event auf dem Taggerhof statt, welcher ca. Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut wurde. Angelockt von den Erinnerungen an bzw. den Erzählungen über das schöne Fest von Memento Mori im Jahr 2011 in St. Oswald, freuten wir uns schon lange auf unser erstes offizielles Lager am Taggerhof in Kainbach bei Graz…

„Man rutscht nächtens aus dem Zelt!“, so lautete die Nachricht um 7:00 Uhr früh am Samstagmorgen. Auf ein Lager in Hanglage gefasst, machten sich also die letzten Mitglieder von Antsazigo auf den Weg in den Süden. Erfreulicherweise hatten die übrigen ja schon alles aufgebaut, so dass nur noch die Kaninchen, für die sich kein Sitter am Wochenende gefunden hatte, ihr Gehege aufgebaut bekamen. Es blieb kaum noch Zeit für ein spätes Frühstück da trudelten schon die ersten Gäste ein. Der Vormittag verging wie im Flug: alte Bekannte begrüßen, Lager erkunden, immer wieder irgendwo hängen bleiben, …

Schnell wurde uns klar, dass unser Lagerplatz nicht nur schön war, sondern auch ein super Aussichtsort um die beinahe unermüdlichen Schaukämpfer zu beobachten. Da sich die Besucheranstürme am Samstag noch in Grenzen hielten, schwärmten wir aber auch gern aus um frische Kräuter bei Martin, dem Gärtner einzukaufen, neue tönerne Krüge und Schüsseln zu erstehen und vorzubestellen und um andere Lager zu erkunden.

Am Sonntag wandelte sich unsere ruhige Lagerwiese beinahe zum Schlachtfeld. Auf der einen Seite flogen Pfeile, auf der anderen Speere und Äxte und daneben fochten die nächsten mit den Schwertern. Wo ein solches Treiben herrscht, da bleiben auch die Besucher nicht aus und dicke Trauben strömten über den Hügel hinab. Bei so viel Trubel auf unserer Wiese, verzichteten wir darauf, auch noch etwas für die Gäste anzubieten, verloren wir doch selbst hin und wieder den Überblick und konzentrierten uns lieber darauf kleine Kinder davon abzuhalten, in den Kaninchenkäfig zu klettern. Irgendwann ließ das Gedränge langsam nach und wir hatten noch die Gelegenheit unsere Spiele raus zu kramen und mit ein paar netten Leuten noch länger in den Abend hinein zu spielen.

Kaum waren die neuen Freunde weg, besuchte uns ein alter Freund von Romanus und auch befreundete Händler, die mit uns unseren Eintopf (magyarisches Gulasch) schnell leerten. Dafür bekamen wir auch wirklich herrlichen Wein kredenzt: DANKE HANNA und MONI. Achja, und bevor ich es vergesse, den Kochlöffel hatte diesmal Thies fest in der Hand. Die pralle Sonne des Tages hatte uns aber alle geschafft und so kuschelten wir uns bald in unsere Betten.

Montag früh stelten wir fest, dass jeder so seine Methode gefunden hatte, um mit der „Schräglage“ umzugehen - zumindest in der letzten Nacht. In Zukunft wissen wir dann ja, wie es geht. Der Tag begann mindestens so heiß, wie schon der Sonntag gewesen war, nein vermutlich sogar noch heißer. Sogar die nette Grazer Familie vom Vortag besuchte uns erneut, um uns mitzuteilen, dass wir sie 'inspiriert' hätten sich eingehender mit dem Thema "Mittelalter und Lager" zu beschäftigen. Wir freuen uns natürlich immer über solch eine Resonanz und hoffen auf ein Wiedersehen. Die ersten Gewitterwolken ließen aber nicht lange auf sich warten und erschienen fast so pünktlich wie die ersten Besucher. Der Blick blieb den restlichen Tag über immer wieder am Himmel hängen: mal zog es zu, dann verschwanden die Wolken wieder. Nicht nur unsere neuen Freunde vom Vortrag, auch viele anderen schreckten dennoch nicht davor zurück das Fest zu besuchen. Die Zeit verging wieder wie im Fluge und als Petz uns -dank drohender Gewitterwolken- frühzeitig abbauen ließ, zogen wir dem hektischen Abbau im Regen eine leckere Brettljaus’n vor. Gemütlich unter unserem gesenkten Vordacht versteckt, beobachteten wir, wie die anderen gehetzt im sehr schnell einsetzenden Regen abbauten. Wir vertrauten darauf, dass das „kleine Gewitter“ schnell weiter ziehen würde und behielten Recht. Nach der gemütlichen Jause, konnten wir die – leider nassen – Zelte abbauen, wurden dabei aber wenigstens selbst nicht nass. Da die Stimmung aber gerade so gemütlich war (ist die Luft nicht herrlich nach so einem Gewitter?), war die Versuchung da, doch erst einen Tag später heim zu fahren; Arbeit und der Ruf der Dusche führten uns dann aber doch noch auf den Heimweg…

Alles in allem wieder ein sehr nettes Fest, wunderbar stimmiges Ambiente und ein wirklich gelungenes Event, das uns aber auch viele Denkanstöße zur Verbesserung unseres Lagers gegeben hat. Wir sind gespannt, was wir davon schon auf unserem nächsten Lager umsetzen können. Danke an die Werners, dass wir dabei sein durften! Bilder zu diesem tollen Fest findet Ihr hier