Grétlin

Mein Name ist Grétlin und ich bin die stellvertretende Obfrau von Antsazigo.

Zum Mittelalter- Reenactment bin ich über Umwege gekommen. Denn eigentlich entstamme ich der "schwarzen Szene", welche sehr zum Leidwesen meiner Eltern schon im zarten Alter von 9 Jahren ihren Ausdruck fand.

Ich liebe Musik, seit ich denken kann und war schon immer geschichtlich sehr interessiert. Während eines Gesprächs beim 5. WGT in Leipzig erhielt ich eine Einladung für die Leuchtenburg in Seitenroda, welche noch heute zu meinen 3 Lieblingsburgen gehört. Dieser Einladung kam ich gerne nach, da ich ein Faible für alte Gemäuer habe, welche ich seit nunmehr 20 Jahren immer wieder fotografisch einfange.

Ab diesem Tag brannte mein Herz für Burgen und Mittelalterfeste. Mal mehr, mal weniger... Über die Jahre hinweg reiste ich nicht mehr nur von WGT zu WGT, sondern auch von Burg zu Burg und in mir entwickelte sich der Wunsch irgendwann selbst vielleicht als Händlerin, oder als Lagernde durch die Lande zu ziehen.

Durch Zufall kam ich zum instinktiven Bogenschiessen, welches mir soviel Spass machte, dass ich schon kurze Zeit später meinen ersten eigenen Langbogen in den Händen hielt und Vereinsmitglied war.

Vor vielen Jahren beschloss ich - ganz so wie mein dargestellter Charakter- mich auf Abenteuerreise zu begeben und wanderte aus. Hier angekommen musste natürlich eine Gruppe Gleichgesinnter her, die sich ebenfalls für Geschichte, Darstellung und bestenfalls noch Brettspiele/ Rollenspiel und traditionelles Bogenschiessen interessierten. Also habe ich mich auf die Suche nach einem Verein gemacht, der möglichst viele dieser Leidenschaften vereinbarte. Hauptziel lag aber im Finden von Leuten fürs Mittelalter und zum Bogenschiessen.

Dann lief mir unser Robert im Netz über den Weg und wir bekamen eine Einladung zum Bogensportwochenende in Schlagl, welcher ich gerne folgte. Eigentlich war der Plan erstmal die Leute "abzuchecken" und dann mal gemütlich zu sehen, obs passt. Naja... der Plan war gut, aber am Ende des 1. Abends wurde ich gefragt, ob ich nicht in den Verein einsteigen möchte. Kurz: Alles passte, wir mochten uns und schon hatte der Verein 1 Mitglied mehr.

Mein "Traum" vom Lagerkochen erfüllte sich nur 1 Woche später in Langenzersdorf, wo ich dann zum ersten Mal mit dem neuen Verein lagerte, und ich zusammen mit dem Lagerkoch Essbares in den Kessel werfen durfte.

Ich kannte bereits viele Burgfeste und auch das Lagern an sich war mir nicht fremd, da ich das Glück hatte, liebe Freunde in anderen deutschen Mittelaltervereinen zu haben, die mich immer mal mitnahmen, aber "der EINE" magische Moment, war mir in all den Jahren zuvor noch nicht begegnet.

Langenzersdorf änderte dies. Als am Abend ein Teil unserer Bogenschützen und anderen Pfeilewerfern den Feuerpfeilhagel auf die Burg niederprasseln lies, saß ich allein am Feuer in unserem Lager. Hinter mir die Mannen von den Schotten, rechts das Römerlager, gegenüber das Ravnurfolk und links neben mir die Augsburger Söldner... In der Ferne vom jubelnden Publikum begleitet am Nachthimmel der brennende Pfeilehagel... und später dann die brennenden Trebuchet- Kugeln... und während der ganzen Zeit wunderbare Musik vom anderen Ende des Festes. DAS war mein magischer Moment!

Ab da wollte ich mehr als nur Gast, mehr als nur mittelalterbegeisterter Besucher sein. Dem tat auch die eher unfreiwillige erste Übernachtung auf dem blanken Boden inmitten einer Ameisenstrasse keinen Abbruch.

Ich wollte darstellen und lernen, wie die Dinge damals gemacht wurden und möglichst viel darüber wissen und erfahren. Meine mittelalterliche Kleidung wurde ab da nur noch selbstgenäht und ich erlernte verschiedene Handwerkstechniken. Einige bisher leider nur theoretisch, aber gerade was das Nähen, Sticken, Schmieden, Holzarbeiten und Handweben zb. angeht, eben auch praktisch.

Als im September 2011 immer deutlicher wurde, dass die Wege & Interessen des Vorstandes nicht mehr mit meinen/unseren überein stimmten, verließ ich zusammen mit dem Großteil der damaligen Freunde den Verein um eigene Wege zu gehen.

Das Einzige, was für uns feststand war, dass es gemeinsam weitergehen sollte. Und so gründeten wir am 8.12.2011 einen neuen Verein.

"Antsazigo" war geboren und wir waren glücklich und stolz, hatte uns die Zeit davor doch einiges abverlangt.

Nicht nur als Grétlin bin ich vielseitig handwerklich interessiert und immer für gute Musik, Bücher, Kurse, Workshops und historische Infos zu haben.

Zu meiner Darstellung:

Als uneheliche Tochter des Weimaraner Grafen Ulrich II. wurde ich geboren und musste bereits als Kleinkind die Grafschaft Weimar- Orlamünde zusammen mit meiner Mutter verlassen. Von ihr des Lesens und Schreibens gelehrt, lernte ich schnell mich nach ihrem Tode durchzuschlagen und brachte mir viele andere Dinge bei, die mir noch sehr von Nutzen sein sollten. Von Wissensdurst getrieben, beschloss ich nach dem Tod der Mutter, ihren Rat anzunehmen und die Welt Donauabwärts zu erkunden. Nach langer, beschwerlicher Reise kam ich schliesslich an dem kleinen, wachsenden Handelsplatz am Eingang der einstigen Provinz Pannonien an, wo ich in der Taverne am Markt mein Leben unter anderem mit Glücksspiel bestritt. Eines Tages lernte ich andere Reisende kennen und hörte von dem Gerücht eines Pilgerzuges, welcher meinem Fernweh und meinem noch immer ungebrochenen Wissensdrang natürlich sehr gelegen kam. Gemeinsam mit den anderen beschloss ich mich diesem Trupp anzuschliessen.