Spiele und Gelage

Für die meisten Menschen im Mittelalter war der Alltag von harter Arbeit und dem Kampf ums Überleben geprägt. Es ist also nicht unverständlich, dass Feste daher umso ausgelassener gefeiert wurden, unterbrachen sie doch den tristen und harten Alltag.

Obwohl die jeweiligen Stände die Ausrichtung der Feste vorgaben (ein Adliger konnte anders feiern als ein Bauer), so hatten doch alle Menschen eins gemeinsam. Die Freude an gutem & reichlichem Essen, Trinkgelagen und Musik.

Ebenso teilten die Menschen im Mittelalter die Vorliebe für Glücksspiel. Zwqr wurden die Gelage und Exzesse von der Kirche eher kritisiert (teilweise gar verboten), aber nicht zuletzt dank des Alkohols, siegte fast überall die Lebensfreude und der Genuss über die Moral.

Viele Feste waren an Religion und den Kreislauf der Natur geknüpft. So stellten die Menschen schon damals zb. rituelle Bäume auf und tanzten darunter. Die Feste und Gelage dienten meist als Anlass für weltlichen Gesang, Tanz und eine Reihe unterhaltsamer Spiele samt Glücksspielerei.

Die Kinder der Bauern mussten schon sehr früh mithelfen, hatten also keine lange Kindheit. Die Wissenschaft spricht von Kindern zwischen 5 und 7 Jahren. Typische Spielzeuge der Kinder früher bestanden aus Lederresten, Stein, Holz, Knochen und Ton. Puppen und Tiere wurden meist aus Holz geschnitzt. Die Kinder liebten Spiele wie Stöckchenschlagen, Sackhüpfen, und Murmeln. Murmelspiele waren sehr weit verbreitet und die Kugeln wurden aus diversen Materialien hergestellt. Es gab zum Beispiel auch Steinmühlen, in welchen Steine zu Kugeln für Kanonen und Waffen geschliffen wurden, aber auch Spielzeugmurmeln hergestellt wurden. In wohlhabenderen kreisen bestanden diese Murmeln auch schon mal aus Marmor oder Glas, während die armen Kinder mit Steinchen, Nüssen, Kastanien oder Eicheln spielten.

Auch Fussballspiele gab es bereits sehr früh, wobei diese Spielchen oftmals sogar über Kilometer hinweg mit den Nachbarsiedlungen gespielt wurden. Ziel war es laut Dr.Thomas Städtler, den Ball in das Stadttor des Gegners zu befördern. (In heutiger Zeit gibt es eine Abwandlung, welches sich "Shrovetide- Fussballspiel" nennt und alljährlich in Ashbourne stattfindet) Die Verletzungsrate war sehr hoch und es wurde irgendwann verboten, da auch die Regeln ungeklärt waren. Die Bälle bestanden aus ineinander verflochtenen Lederstreifen, oder gern auch mal aus gefüllten Schweinemägen.

Die Worte Spielzeug, Spielsachen oder Spielwaren werden übrigens erst seit dem 17./18. Jh. verwendet. “Spielen” wurde im Mittelalter meist im Sinne von lebhafter Bewegung, mimischer Darstellung oder Musizieren benutzt (vergl. “Spielmann”), aber auch die Begriffe “kinderspil” oder “kintlich spiel” kommen vor. Für das eigentliche Spielzeug ist das Wort “Tand” überliefert.

Spiele waren auch bei den Erwachsenen sehr beliebt, konnte man dabei doch gewinnen. Leider konnte man auch verlieren! Neben den typischen "Kräftemesserei"-Spielchen waren auch Murmeln, Brettspiele, Würfelspiele und Kegelspiele sehr beliebt. Funde ergaben, dass Schachspiele, Mühlespiele und "Buff" (heute Backgammon) schon sehr frühzeitig gespielt wurden. Über diverse Spiele möchten wir Euch nun auf den folgenden Seiten berichten.