Kreuzzug

Europakarte 1000 nach Christus

Euratlas 2009

Politische Verhältnisse

Im 11. Jahrhundert nach Christus wurden in Europa die Mächteverhältnisse neu gemischt. Während sich aus dem Frankenreich neue Staatengefüge herausbildeten, die in etwa den heutigen Nationen Frankreich und Deutschland entsprechen, wurde Europa von mehreren Seiten unter Druck gesetzt. Reitervölker aus dem Osten, Mauren auf der iberischen Halbinsel machten den Ländern des schon längst zerbröckelten weströmischen Reichs zu schaffen. Aber auch das oströmische Reich1.) wurde von islamischen Volksgruppen unter Druck gesetzt.2.)

Als Kaiser Alexios I. Komnenos Papst Gregor VII. im Jahr 1074 um Entsendung westlicher Truppen ersuchte hat jedoch Papst Gregor VII. alle Kräfte im Machtkampf mit dem deutschen König gebunden. Grund für diesen Machtkampf war der Investiturstreit, bei dem sowohl Papst als auch König für sich das Recht beanspruchten geistliche Ämter zu besetzen.

Erst als unter Papst Urban II. ein erneuter Hilferuf des byzantinischen Kaisers erfolgte traf er auf offene Ohren und kam für einige zur rechten Zeit.

Papst Urban II. ruft zum Kreuzzug auf

Im französischen Clermont hielt Papst Urban II. im November 1095 eine Rede, in welcher er zur Befreiung der Christenheit von den Muslimen aufrief. Die Berichte von Kaiser Alexios I. Komnenos über die Behinderung von christlichen Pilgern durch die Seldschuken, die kurz zuvor Palästina und Jerusalem eroberten, kamen dabei als Rechtfertigung für einen heiligen Krieg gerade richtig. Es ist überliefert, dass schon während dieser Rede die Massen in Euphorie die Parole "Deus lo vult"3.) gerufen haben. In Folge verbreiteten Wanderprediger den Aufruf zum Kreuzzug und zeichneten dabei ihr eigenes - dem Zweck der Massenbewegung angepasstes - Bild vom Islam.

Auf offene Ohren trafen diese Prediger sehr rasch bei der einfachen Bevölkerung, die aufgrund schlechter wirtschaftlicher Zustände ihre Chance auf ein besseres Leben und Reichtum in der Ferne witterte, oder aus Furcht vor dem Untergang der Welt Ablass der Sünden erhoffte.4.) Innerhalb kürzester Zeit brachen Zigtausend unter der Führung eines Predigers und eines Adligen von zu Hause auf.

Peter der Einsiedler und Walter Sans-Avoir

Peter der Einsiedler
Gruppe Ritter
Peter der Einsiedler begeisterte als Wanderprediger die Massen und auch ein weltlicher Führer fand sich in Walter Sans-Avoir. Da sich in dieser Armee vor allem Menschen niederen Standes zusammenfanden war die Durchsetzung durch Kriminelle, die sich so vor dem Gesetz drücken wollten, hoch.

Im April 1096 versammelte Peter "seine" Armee in Köln um mehr Menschen zur Teilnahme am Kreuzzug zu motivieren. Walter Sans-Avoir und sein Gefolge wollten jedoch nicht länger warten und brachen noch im April Richtung Ungarn auf. Peter der Einsiedler verließ Köln wenig später. Auf dem Weg nach Jerusalem hinterließen die Kreuzfahrer auch auf christlichem Gebiet eine blutige Spur.5.) Auch Juden blieben von einigen Teilen des Kreuzzugs nicht verschont, woraus sich bereits die wahren Beweggründe vieler für die Teilnahme am Kreuzzug ablesen lassen.

Das Ende des Volkskreuzzugs

Im Bereich der heutigen Türkei eroberten die Kreuzfahrer einige Städte, jedoch kam es zu Spannungen zwischen verschiedenen Lagern innerhalb der Kreuzzügler. Während die Deutschen in Xerigordon besiegt wurden und entweder getötet oder in die Sklaverei verkauft wurden, wurde im Oktober 1096 ein letzter Rest des Kreuzzugs, der sich in einer verlassenen Burg verschanzt hatte, von einem byzantinischen Trupp gerettet und zurück nach Byzanz geleitet. Diese verbliebenen 3.000 Mann wurden in Byzanz entwaffnet und unter Hausarrest gestellt, und konnten sich später dem 1. Kreuzzug anschließen.6.)

Hintergrund des Vereins

Unser Verein hat als Hintergrund die Zeit um den Aufbruch zum Volkskreuzzug gewählt. Wir befinden uns daher im Gefolge von Walter Sans-Avoir, kurz bevor er Ungarn am 08. Mai 10967.) erreicht. Der individuelle Hintergrund unserer einzelnen Darstellungen ist daher durchaus verschieden, da der Volkskreuzzug seine Anhänger aus allen Bevölkerungsschichten und auf dem Weg von West nach Ost in allen Regionen gefunden hat.

  1. Anmerkung: Oströmisches Reich = Byzantinisches Reich
  2. vgl. Dr. Barth et al: Die Chronik der Kreuzzüge; 2008 Wissen Media Verlag, S. 8f
  3. Deus lo vult = Gott will es
  4. vgl. Wikipedia Volkskreuzzug / Hintergrund
  5. vgl. Dr. Barth et al: Die Chronik der Kreuzzüge; 2008 Wissen Media Verlag, S. 26f
  6. vgl. Wikipedia: Volkskreuzzug / Zusammenbruch der Führung
  7. vgl. Wikipedia Volkskreuzzug / Walter Sans-Avoir und die Franzosen